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Garten- & Landschaftsbau

Garten anlegen in Kiel: Was Boden und Lage vorgeben

Zwei Standortfaktoren geben in Kiel die Richtung vor. Der erste ist die Geologie: Das östliche Hügelland Schleswig-Holsteins ist von der letzten Eiszeit geformtes Jungmoränenland — die Böden sind hier vielfach bindig und lehmig geprägt. Der zweite ist das Klima: maritim, mild, feucht und vor allem windig. Daraus folgt ein Garten, dessen Hauptthemen Wind und Wasserführung heißen — und nicht Frost oder Hitze.

Bindiger Boden: gut versorgt, schlecht entwässert

Lehmige, bindige Böden haben eine gute Seite und eine anstrengende. Gut: Sie speichern Wasser und Nährstoffe zuverlässig, Pflanzen sind selten unterversorgt. Anstrengend: Sie lassen Wasser schlecht durch, sie sind verdichtungsempfindlich, und im nassen Zustand lassen sie sich kaum bearbeiten, ohne dass man ihre Struktur zerstört.

Prüfen Sie deshalb zuerst, wie Ihr Grundstück mit Wasser umgeht:

  • Versickerungstest: Ein Loch von etwa 30 Zentimetern Tiefe mit Wasser füllen und die Zeit bis zum Ablaufen messen. Steht das Wasser nach Stunden noch, haben Sie eine stauende Schicht oder Verdichtung — und das müssen Sie lösen, bevor Sie pflanzen.
  • Spatenprobe: 40 bis 50 Zentimeter tief stechen. Wie mächtig ist die dunkle Krume? Gibt es darunter eine harte, glatte Schicht?
  • Fingerprobe: Feuchte Erde zwischen den Fingern. Lässt sie sich zu einem Strang rollen und glänzt beim Reiben, ist viel Ton und Schluff dabei.

Bei Neubaugrundstücken ist Verdichtung nahezu garantiert: Der Untergrund wurde monatelang befahren, der Oberboden abgeschoben und irgendwann wieder aufgetragen. Was aussieht wie Gartenerde, ist oft eine dünne Schicht über Baugrund. Darauf zu pflanzen, ohne vorher tief zu lockern, ist verlorene Arbeit — bei bindigem Untergrund ganz besonders.

Wind: der prägende Faktor

An der Förde ist Wind kein Ausnahmezustand, sondern Normalfall — und im Winterhalbjahr regelmäßig kräftig. Für einen Garten hat das mehrere Folgen, die man vor der Pflanzenauswahl bedenken sollte.

Wind trocknet aus. Junge Pflanzen und immergrüne Gehölze verlieren bei Wind Wasser über die Blätter, auch im Winter — und wenn der Boden gefroren ist, können sie nicht nachliefern. Wind bricht: Hochstämmige, schnell wachsende Gehölze an exponierter Stelle sind eine Wette. Und Wind trägt in Küstennähe Salz mit sich, was empfindliche Arten zusätzlich belastet.

Die praktische Antwort heißt Windschutz, und zwar der richtige. Eine geschlossene Wand ist die schlechtere Lösung: Sie erzeugt auf der Rückseite Verwirbelungen und kann mehr Schaden anrichten als Nutzen bringen — außerdem trägt sie die volle Windlast, was bei der Gründung zählt. Wirksamer ist ein durchlässiger Schutz, der den Wind bremst statt ihn zu blocken: eine Hecke, eine gestaffelte Bepflanzung, ein Zaun mit Luftanteil. Planen Sie den Schutz zuerst und den geschützten Bereich danach.

Das Klima: mild, aber lichtarm im Winter

Die Ostsee dämpft die Extreme: Die Winter sind milder als im Binnenland, die Sommer kühler. Harte Frostperioden sind selten. Das erweitert die Pflanzenauswahl in eine Richtung — und begrenzt sie in einer anderen: Was viel Sommerwärme braucht, um auszureifen, tut sich hier schwerer. Die dunklen, feuchten Winter sind zudem eine Belastung für alles, was Staunässe schlecht verträgt.

Deshalb die Faustregel für die Auswahl: robust, windfest, tolerant gegenüber frischen bis feuchten Böden. Für küstennahe, exponierte Lagen lohnt die Beratung durch einen Fachbetrieb, der weiß, was hier tatsächlich steht — und was nach drei Jahren aufgibt.

Die Reihenfolge auf der Baustelle

Alles mit Maschinen zuerst: Erdarbeiten, Entwässerung, Leitungen für Wasser und Strom, Wegeunterbau, Terrassenfundament. Erst danach pflanzen und säen. Auf bindigem Boden ist das keine Empfehlung, sondern die Bedingung — wer zuerst begrünt und dann den Bagger holt, verdichtet genau die Fläche, die er gerade hergerichtet hat.

Und zur Entwässerung: Wohin läuft das Wasser von Dach, Terrasse und Wegen? Bei bindigem Untergrund funktioniert eine Versickerungsmulde nicht von selbst. Was möglich und zulässig ist, klären Sie vorher mit der Stadt und einem Fachbetrieb, nicht nach dem ersten Starkregen.

Fazit

In Kiel sind Wind und Wasser die Themen. Testen Sie die Versickerung, brechen Sie Verdichtungen auf, planen Sie die Entwässerung mit, und setzen Sie auf durchlässigen Windschutz statt auf eine Mauer. Wählen Sie robuste, windfeste Arten — das milde Seeklima erledigt dann viel von allein.

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